Montag, 23. Dezember 2013

Rezension / Drachenläufer (Khaled Hosseini)

Besser spät als nie! Dieses Motto passt gut zu mir und diesem Buch, welches 2003 im Originaltext erschienen ist, aber erst 2013 den Weg zu mir gefunden hat.

Schon sehr lange geistert "Drachenläufer" in meinen Gedanken und auf meinem SuB herum. Ich bin froh, dass ich mir nun endlich ein Herz fassen konnte.






Klappentext:

Drachenläufer erzählt vom Schicksal der beiden Jungen Amir und Hassan und ihrer unglücklichen Freundschaft. Eine dramatische Geschichte von Liebe, Verrat, Trennung und Wiedergutmachung vor dem Hintergrund der jüngsten Vergangenheit Afghanistans.

Meine Meinung: 

"Du hast in den Nachrichten schon so viele Berichte über Afghanistan bzw. Kabul gesehen, aber die persönlichen Schicksale konnten dich dabei nie wirklich erreichen..." - das ging mir beim Lesen oft durch den Kopf.
Weiter muss ich gestehen, dass ich vorher generell wenig über das Land Afghanistan wusste.

Ich liebe Bücher, die mir geschichtliches/ politisches Wissen vermitteln, welches aber gleichzeitig in eine anrührende, authentische Story verpackt ist. Welche Auswirkungen haben politische Entscheidungen auf eine Bevölkerung, ganz konkret? Wie können sich die Bürger wehren? Wo sind sie schutzlos ausgeliefert?

Durch "Drachenläufer" habe ich eine Menge über das Land Afghanistan gelernt. Über die Sitten, die Mentalität und die drastischen Veränderungen im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Es war keine Überraschung für mich zu erfahren, dass auch in Afghanistan vor allem die Frauen und Kinder die größten Leidtragenden des Krieges sind. Und doch geht es immer wieder unter die Haut.
Aber auch (ehrenwerte) Männer haben ihr Päckchen zu tragen. So wie Amir, der zwar körperlich fliehen, aber innerlich nie abschließen konnte.

Gerade im Antlitz der Gefahr und des Krieges kommt das wahre Gesicht eines Menschen zum Vorschein. Immer wieder geht es (in meinen Augen) um das gleiche, psychologische Prinzip: FIGHT OR FLIGHT.

Amir ist offensichtlich ein feiger "Flüchtling", der vor seiner Schuld davonrennt und sie, so weit es geht, verdrängt. Doch so leicht lassen sich Erinnerungen nicht abschütteln...

Khaled Hosseini enthüllt dem Leser nach und nach die Geschichte der Freundschaft zwischen Amir und Hassan, welche ganz tief unter die Haut geht. Es geht um Solidarität, Ehre und Mut....um Angst, Ansehensverlust und Vorurteile. Um Religion, Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Es war sehr wichtig für mich, dieses Buch zu lesen.
Ein Buch, das mir wieder drastisch vor Augen geführt hat, dass Frieden & Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind, genauso wenig wie gute Freunde, die für dich bis zum Äußersten gehen würden.

Fazit:

Abgesehen vom Schluss, der sich meiner Meinung nach zu stark in die Länge gezogen hat, hat mir das Buch sehr viel gegeben. Es war kurzweilig, lehrreich und bewegend zugleich. Ich bedanke mich mich 4 Sternen!

1 Kommentar:

  1. Hört ishc wirklich gut an! Tolle Rezension:)
    Ich wünsche dir wundervolle Feiertage!
    <3
    Catherine

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