Montag, 6. Januar 2014

Rezension / City of Bones (Cassandra Clare)

Ich gebe es offen zu:
Manchmal lasse ich mich gerne mit dem Mainstream treiben...und in Bezug auf die "Chroniken der Unterwelt" wäre ich gerne auf Stand, wenn "City of Ashes" (2. Teil) in die Kinos kommt ;-)
(Auch wenn die Dreharbeiten anscheinend erst mal auf Eis gelegt wurden...)

Bisher habe ich noch nicht viele Fantasy-Romane gelesen...eben die, die "man" so kennt (z.B. die Twilight-Saga).



 
Klappentext: 

Gut aussehend, düster und sexy, das ist Jace. Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos, so fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird, denn Jace ist kein normaler Junge. Er ist ein Dämonenjäger. Und als Clary von dunklen Kreaturen angegriffen wird, muss Clary schleunigst ein paar Antworten finden sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen!

Meine Meinung:
(Achtung, könnte Spoiler enthalten!)

Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und bin aufgrund des flüssigen Schreibstils zügig durchgekommen. Gestolpert bin ich nur über einige Dialoge, die irgendwie deplaziert bzw. nicht der Situation angepasst wirkten. Trotzdem habe ich versucht, mich weiter auf die Charaktere einzulassen und ihre Worte und Taten in Einklang zu bringen.

Die ein oder andere Charaktereigenschaft hat mich auf Dauer genervt, z.B. bei Clary, die sich plötzlich überall einmischt (und dabei noch Teenager-Allüren vom Feinsten an den Tag legt) seit sie weiß, dass sie "dazugehört". Das erinnert mich irgendwie an motivierte Berufsanfänger, die mit einem Einser-Abschluss in eine Firma poltern und den Erfahrenen nur auf den Sack gehen. Trotz allem wurden insgesamt glaubhafte Charaktere gezeichnet - mit ihren positiven und negativen Seiten.

Inhaltlich konnte mich das Buch zunächst nicht wirklich vom Hocker reißen. Die Story war mir anfangs zu eindimensional, ich kam mir fast vor wie in einem alten Computerspiel: die Helden spielen sich von einem Level ins nächste, rüsten sich nach und nach mit Waffen und kommen dann zum Schluss beim "Endgegner" an. Zum Glück gab es, gerade im letzten Viertel des Buches, doch noch die ein oder andere Überraschung, so dass ich meine Meinung revidieren musste.

Ich habe ja, wie bereits erwähnt, noch nicht so viel Fantasy gelesen - was vielleicht der Grund ist, warum ich in diesem Buch eine Prise Twilight und einen Schuss Harry Potter entdeckt habe.

Was mich an Twilight erinnert hat:
- Die Dreiecksbeziehung zwischen der Protagonistin, dem Schwarm und dem besten Freund
- Das unscheinbare, hässliche Entlein (Clary/ Bella), das plötzlich sein Potential erkennt und doch nicht so hässlich ist (zumindest in den Verfilmungen).
- Die Veränderung in Jace Augen, wenn er depremiert ist (von honigfarben auf schwarz)

Es war also noch nicht mal unbedingt das Vorhandensein von Vampiren und Werwölfen, das den Ausschlag für meinen spontanen Vergleich gegeben hat. In diesem Genre existieren nun mal Vampire und Werwölfe - und die verhalten sich innerhalb dieses Genres ähnlich.

Was mich an Harry Potter erinnert hat:
- Hodge war für mich zu Beginn des Buches eine Art Dumbledore...ein älterer, besonnener Mann, der die Jugend lehrt, auf Gefahren und Feinde hinweist und eine Art Bindeglied dastellt (zum Rat / zum Zaubereiministerium).
- Valentin ist irgendwie unser Voldemort in City of Bones...alle denken, er sei tot bzw. außerstande, sich aus dem Staub zu erheben und plötzlich hört man die ersten schockierten Stimmen: "Er ist zurück!"

Das sind nur Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind..."City of Bones" hält trotz allem schöne Überraschungen bereit und ist natürlich ein eigenständiges Werk.

Das Ende ist natürlich fies offen und ich bin sehr an der Fortsetzung interessiert!

Fazit: 

Auch für Nicht-Fantasy-Erprobte ist "City of Bones" das perfekte Buch zum Abtauchen, Träumen und Mitfiebern. Wer über manch' holprigen Dialog hinwegsehen kann, sollte sich unbedingt mal in der Welt der Schattenjäger umschauen...

Kommentare:

  1. Hallo :)

    Es ist sehr interessant zu sehen, wie andere Leute Bücher bewerten, die man selbst auch schon gelesen hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, kann jedoch deine negativen Aspekte auch nachvollziehen.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

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  2. Als ich das Buch damals zum ersten Mal gesehen habe, habe ich es nur angeguckt und gesagt, interessiert mich nicht, lese ich nicht! Ich wusste noch nicht mal, worum es ging^^ Aber eines Tages hat meine Freundin es von ihrer Mutter geschenkt bekommen und ich habe es mir ausgeliehen und war schon nach den ersten Seiten sehr positiv überrascht. Es hat mich gefesselt, überrascht und begeistert. Die beiden Folgebände habe ich schon gelesen, aber mehr auch noch nicht. Kann deine Kritik durchaus verstehen, habe das damals aber anders wahrgenommen.

    Liebe Grüße, Katja :)

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