Mittwoch, 22. Januar 2014

séparée / Wie schreibt man Rezensionen?

In letzter Zeit habe ich mir wieder Gedanken über meine Rezensionen gemacht und darüber, welche Erwartungen ich eigentlich habe. Schreibe ich Rezensionen aus Spaß an der Freude? Frei von der Leber weg? Um für mich selbst ein Resümee zu ziehen? Oder habe ich den Anspruch, dass meine Rezensionen einer professionellen Form- und Inhaltsprüfung standhalten könnten? Aber was ist mit meinen Lesern? Sollten sie nicht vorrangig IHNEN gefallen?


Mir ist klar, dass sich schon einige vor mir mit dieser Frage auseinandergesetzt haben - aber ich möchte euch einfach an meiner Entwicklung teilhaben lassen.

Man findet so allerhand Rezensionen im Netz. Von strukturiert bis unstrukturiert, von nüchtern bis emotional, von kurz bis lang, von durchdacht bis dahergeschrieben, von fehlerlos bis grauenhaft. Wo ordne ich mich ein? Ich bin ein Mensch, der immer versucht, einen guten Kompromiss bzw. Mittelweg zu finden. Meine Rezensionen sollen Struktur haben, aber nicht hochgestochen klingen und auf jeden Fall meine absolut subjektive Meinung präsentieren. Ich will meine Thesen vernünftig begründen, ohne dabei das ganze Buch zerpflücken zu müssen, sprich, eine wissenschaftliche Arbeit daraus werden zu lassen.

Vor allem möchte ich mich in dem, was ich tue, verbessern und weiterentwickeln. Bisher war ich z.B. zu faul, den Inhalt und das Thema des Buches in eigenen Worten wiederzugeben. Da musste der Klappentext herhalten. Darauf will ich in Zukunft verzichten, denn eine Nacherzählung in eigenen Worten ist eine prima Schreibübung. Außerdem lerne ich, mich kurz zu fassen. 
Am Meinungsteil möchte ich auch unbedingt noch feilen: logischer aufbauen, Thesen ausreichend begründen.

Hier präsentiere ich euch nun eine Struktur die mir liegt und an der ich mich in Zukunft entlanghangeln möchte:

                                          - Haupthandlung
                                          - Hauptthema
                                          - Vorstellung der Protagonisten
  
                                      - Thesen und Begründungen zu:
                                           * Inhalt
                                           * Stil und Stilmittel
                                           * Sprache
                                           * Schlüssigkeit / Verständlichkeit
                                           * Gesamteindruck

Natürlich ist dieser Aufbau nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich habe mir einfach die Punkte herausgepickt, die mir vernünftig erscheinen und hoffe, dass ich damit klar komme und der Spaß am Rezensionen schreiben bleibt. Aber ich kann es nicht leugnen: Ich BRAUCHE Struktur, eine Form, in die ich meine Gedanken stecken kann, ohne dabei den Faden zu verlieren.

Wie geht IHR eure Rezensionen konkret an? Habt ihr besondere Vorlieben, Strukturen, Vorgehensweisen? Was wollt ihr mit euren Rezensionen erreichen?

Kommentare:

  1. Huhu,
    tolles Thema :)
    also ich versuche bei meinen Rezis den Inhalt kurz zusammen zu fassen (ohne Spoilern) und schreibe dann meine Meinung dazu. Ich versuche dabei alles was mir durch den Kopf ging beim Lesen auch in meiner Rezension festzuhalten, welche Stimmung und welche Gefühle das Buch in mir auslöste usw.

    Ich versuche meine Rezension auch nie zu lange zu fassen, ich weiß nicht wie es anderen geht aber zu lange Rezis schrecken mich meist ab und ich überfliege sie nur. Ein gutes Mittelmaß (was ich aber auch manchmal nicht schaffe, weil einfach zu viel zu sagen ist ^^) find ich von der Länge daher am besten.

    LG ♥

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    1. Da sagst du was...diese Monsterausarbeitungen meide ich eigentlich auch - außer, sie sind sehr lebhaft und verständlich geschrieben. Finde die Optik auch wichtig: manche schreiben ja ohne Punkt und Komma und lassen keine Absätze. Das finde ich persönlich schrecklich.

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  2. Hallo :)

    Ich habe meine Rezensionen in verschiedene Unterteile gegliedert, die mich dazu bringen, die Rezension schlüssig aufzubauen. Zuallererst schreibe ich unter dem Punkt "Allgemeine Informationen" alles Wichtige in Tabellenform, da ich das auch bei anderen immer gut finde. Ich persönlich finde es zum Beispiel ziemlich nervig bei Rezensionen, wenn ich erst irgendwo am Ende erfahre, dass es der zweite Teil einer Reihe ist und ich dann schon gespoilert wurde, obwohl ich den ersten Teil nicht gelesen habe.

    Dann kommt der Klappentext, obwohl ich selbst so gut wie nie den Klappentext lese :D Ich weiß aber, dass viele andere Leser gerne den Klappentext kennen würden, daher kommt der mit rein. Noch bevor ich dann zur eigentlichen Rezension komme, schreibe ich kurz meine "Erwartungshaltung" nieder, da ich darauf im Fazit oder in meinen Notizen gerne zurückgreife, sowie meine Meinung zum Cover.

    Danach versuche ich dann in eigenen Worten den Inhalt aufzuschreiben, da manche Klappentexte das nicht sehr gut machen und ich so auch die Möglichkeit habe, schon mal die Protagonisten zu erwähnen. Bevor es dann eigentlich zum interessanten Teil geht schreibe ich was zum Schreibstil des Autors/der Autorin, da das ein wichtiger Aspekt für mich ist. Und dann komme ich zu meinen Notizen (japp, ich gehöre eindeutig zu der Sorte, die lange Rezensionen schreibt ;)), in denen ich dann auf alles eingehe, was mir beim Lesen aufgefallen ist. Ich versuche mich dabei natürlich knapp zu halten und das Ganze schlüssig aufzubauen, das gelingt mir aber ehrlich gesagt nicht immer...

    Das Ende der Rezension ist aber immer noch nicht erreicht - oh man, ich schreibe echt lange! -, da ich erst noch ein paar Zitate einbaue und Informationen zum Autor/zur Autorin gebe, bevor ich dann schlussendlich mein Fazit ziehe. Wow, das ist echt viel, aber ich mag es lieber etwas informativer und ausführlicher. Wem das zu viel ist, der kann sich ja nur die Notizen und das Fazit durchlesen.

    Hier ist ein Beispiel einer Rezension von mir ;)

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    1. Okay, ich schreibe nicht nur monstermäßig lange Rezensionen, sondern auch Kommentare. Entschuldige!

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    2. Hey, passt doch :-) Hab's gerne gelesen! Vielen Dank für die Anregungen. Das mit der Erwartungshaltung habe ich bislang auch immer noch vor der eigentlichen Rezension untergebracht. Finde ich sinnvoll. Und, wie ich zu dem Buch gekommen bin. Zum Cover könnte ich mich in dem Zug eigentlich auch gleich äußern *grübel* Die Buchinfos werde ich in Zukunft auch noch neben dem Cover unterbringen - das rundet die Sache ab und dein Argument (wg Spoilern und Reihen) ist auf alle Fälle gerechtfertigt!

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    3. Danke, jetzt fühle ich mich nicht mehr ganz so doof wegen des ewig langen Kommentars. War auch interessant für mich zu sehen, was ich immer alles mache und warum eigentlich ;) Schön, dass ich dir auch helfen konnte.

      Leider ist mir das mit den Reihen wirklich schon oft passiert, sodass mir einige Zeit die Lust vergangen war, überhaupt noch Rezensionen zu lesen. Habe dann erst mal nur die Rezensionen gelesen zu Büchern, die ich schon kannte, oder hab das Buch vorher gegooglet. War ein ziemlicher Aufwand immer, aber so wurde ich wenigstens nicht mehr gespoilert.

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    4. :D
      Ja das mit den Reihen kenne ich auch... ich schreib immer schon gleich am Anfang dazu das es sich um den zweiten/dritten/XY Teil handelt und die Rezi Spoiler zu den ersten Bänden beinhaltet.
      Angaben zum Buch mach auch dazu, Verlag, Reihe XY von XY, Seitenzahl, Preis... um mal so die wichtigsten Dinge auf einen Blick zu haben.

      Zum Cover äußere ich mich ganz selten, ich finde es kommt halt drauf an was man dazu schreibt. Wenn man seine persönliche Meinung zu dem Cover los wird find ich es gut. Wenn man einfach nur schreibt, das Cover ist weiß, darauf ist ein Mädchen mit braunen Haaren abgebildet find ich das eher..naja langweilig (ich bin ja nicht blind und weiß wie das Cover ausschaut...) ^^

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    5. Das ist oft nicht nur mit dem Cover so. Ich lese auch oft Rezensionen, insbesondere bei Lovelybooks, bei denen sich die Verfasser 3/4 Inhalt wiedergeben und dann sowas schreiben wie: "Der Schreibstil war flüssig, das Buch war gut, kann ich weiterempfehlen" - Öhm?

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    6. Ich sag schon beim Cover meine eigene Meinung, ob es z.B. zum Inhalt passt, ob es mir gefällt und sowas. Denn ich denke mir auch immer, dass meine Leser schon selbst sehen können, was auf dem Cover abgebildet ist. Aber manchmal sind Cover eben etwas missleitend was die Gestaltung und den eigentlichen Inhalt des Buches angeht, weshalb ich den Punkt gerne aufnehme. Ein Cover, welches meiner Meinung nach z.B. gar nicht zu dem Inhalt passt, ist das von "Verlieb dich nie in einen Vargas" von Sarah Ockler.

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  3. Ich habe noch nie den Klappentext als inhaltliche Zusammenfassung genommen. Gerade weil ich schon mehrere Bücher hatte, bei denen die Geschichte irgendwie nicht ganz dem Klappentext entsprach. Außerdem macht mir die eigene Zusammenfassung dessen viel mehr Spaß. Ich habe darauf auch schon positive Reaktionen von Autoren und Verlagen bekommen. Im zweiten Teil meiner Rezensionen widme ich mich der Kunst des Autors. Wie flüssig ließ sich der Plot lesen, welche Mittel gab es für Spannung, wie gut ausgearbeitet und authentisch waren die Protagonisten usw. Ich sage in diesen Teil auch, warum mir das Buch gefallen oder eben nicht gefallen hat. Im dritten und letzten Teil widme ich mich meist in ein paar Zeilen der Person des Autors. Ich mag prinzipiell auch keine Rezensionen, die bereits Kurzgeschichten sind. Ich möchte in guter Länge aussagekräftig meine Meinung zum Buch kund tun.
    Ganz liebe Grüße
    Karin

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    1. Vielen Dank für dein Feedback! Dadurch, dass man den Inhalt in eigenen Worten wiedergibt, zeigt man auch indirekt, was einem wichtig geworden ist. Nicht jeder betont die gleichen Aspekte! Macht das Ganze ziemlich spannend.

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  4. Ich habe erst vor kurzem meine Rezensionen anders aufgebaut und bin mir immer noch unschlüssig, ob das Prinzip bleiben wird. Aber vorerst schon^^
    Also ich bin auch mittlerweile so weit, die Buchinfos zu erst zu nennen, dann den Klappentext. Damals habe ich es mal selbst versucht, aber das war mir irgendwann zu schwierig.
    Dann folgt meine Meinung zu
    - Cover, Titel, Klappentext und Gestaltung
    - Grundidee und Verlauf
    - Schreibstil
    - Charaktere
    Dann kommt eine Auflistung evtl weitere Teile, anschließend Zitate und dann ein Fazit mit Bewertung.

    Wenn ich zu einem Punkt nichts zu sagen habe, lasse ich den einfach weg. Mir fällt es selbst manchmal schwer, bestimmte Aspekte einer Kategorie sozusagen, zu zu ordnen, aber dann wird es eben öfters genannt ;D

    HIer verlinke ich dir mal eine Rezension: Klick

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    1. Ich glaube auch nicht, dass man sich auf eine Form versteifen muss, die man sich selbst vorgegeben hat. Das wird sich bei mir mit den nächsten Rezensionen zeigen ;-) Man fügt hinzu, streicht...ist ja kein Problem. Ich denke das Wichtigste bleibt, dass man Spaß bei der Sache hat und sich wohlfühlt!

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  5. Ich fände ein Zitat nach dem Inhalt ganz passend, jedenfalls besser als dann losgelöst zum Schluss.

    LG Inka von http://lebensleseliebelust.blogspot.de/

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    1. Das muss ich mir mal durch den Kopf gehen lassen! Danke für deine Meinung :-)

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  6. Auch ich bin noch immer dabei, an meinen Rezensionen "rumzufeilen" und freue mich, daß ich hier jetzt einige weitere Anregungen erhalten habe. Bisher habe ich auch meist den Klappentext für die Inhaltsangabe genommen, aber stelle gerade fest, daß ich mich doch mal mit eigenen Worten versuchen sollte.
    Grundsätzlich bin ich aber auch jemand, der überlange Rezensionen nicht mag und meist gar nicht erst liest. Ich habe da immer Angst, daß mir zuviel vom Inhalt verraten wird.
    Schön, daß wir uns hier mal ausgetauscht haben. ;-)

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    1. Ich freue mich, dass du hier ein paar Anregungen bekommen hast! Man kann sich ja durchaus von allem das Passendste rauspicken und es sich zu eigen machen.

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  7. Arrrrrrgh
    Ich könnte verrückt werden.. ich hab gerade einen soooooo langen Kommentar geschrieben und dann stand da "Seite konnte nicht geladen werden" GRRRRR !!! O:

    Also ich habe dir gesagt, dass ich es auch mal versuchen sollte selber zusammen zufassen, weil es wahrscheinlich sehr viel angenehmer ist für die Leser, denn viele Klappentexte verraten meiner Meinung nach zu viel.

    Ich persönlich teile ja meine Rezensionen schon von Anfang an in positiv und negativ und bin damit immer bisher ganz gut gefahren :D
    Ich finde es sehr viel angenehmer als sich allgemein darüber gedanken zu machen. So kann ich immer klar sehen, welche Aspekte überwiegen.
    Ich bin auch ziemlich stolz auf diese Einteilung, weil ich sie noch auf keinem anderen Blog gesehen habe (:

    Liebst, <a href="http://www.lottasbuecher.de>Lotta</a>

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  8. Huhu :)

    bin gerade auf deinen Blog gestoßen. Schön hast du es hier :)

    Ich bin ja noch ganz neu in der Bloggerwelt und habe noch nicht allzu viele Rezensionen geschrieben. Bis jetzt habe ich meistens einfach drauf los geschrieben, ganz spontan. Möchte mir aber wie du da auch gerne in Zukunft noch eine bessere Struktur überlegen. Nicht ganz einfach wie ich finde. Werde mir da die nächste Zeit auf jeden Fall auch noch Gedanken dazu machen und daran rumbasteln.

    Danke für deinen tollen Beitrag zu dem Thema :)

    Liebe Grüße
    Juliana

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  9. Huhu,

    Ich habe dich getaggt:
    http://monesbuecherblog.blogspot.de/2014/01/tag-der-200-leser-tag.html

    LG
    Mone

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  10. Hey,

    ich finde deine Frage und Erklärung zu dem Thema sehr interessant. Kann man sich denke ich auch stundenlang mit beschäftigen und interessante Diskussionen damit hervorrufen. (Ist ja hier bereits geschehen.) So wie du es mit den Bildchen: Inhalt, Meinung, Zitat, Fazit machst finde ich auch immer am besten. Und dazwischen eben wie bei dir die verschiedenen Punkte, die du durchgehen willst.

    Ich versuche eigt. auch immer, irgendwie eine FESTE Struktur reinzubringen...
    Wie Inhalt, Anfang, Schreibstil usw.
    Das schaffe ich (denkeich) meistens auch, aber irgendwie hat nicht jede Rezension das selbe Muster. Mir ist da eigentlich nur wichtig, dass alles gut aufgeteilt ist und auch eben strukturiert (aber nicht unbedingt so ähnlich wie bei allen Rezensionen).

    Ich hab da bei unseren neustem Rezi-Darstellungsdesign auch immer mal Überschriften über den nächsten Absatz, die eben zum Absatz und dessen Inhal passen wie z.B.:

    Handlungsbogen - wo genau lag der?, Die Hauptprotagonistin, die nervige Mutter und Beste Freundin usw.

    Denn so wie jedes Buch eben anders ist, so ist es auch meistens die Rezension dazu. ^.^ Wenn ich mit meiner Blogpartnerin gemeinsam eine Rezension schreibe, ist es dann vom Stil und Struktur her NOCHMALS anderster als wenn wir es jeweils einzeln machen. Hoffe das klingt jetzt nicht allzu verwirrend. :O

    Es grüßt
    ~ Jack T.R.

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