Dienstag, 8. April 2014

Rezension / Glaube, der die Furcht vertreibt (Angie Smith)

Ängste kennt eigentlich jeder - ob Mann oder Frau. Dieses Buch von Angie Smith ist an Frauen gerichtet, die herausfinden möchten, was der Gott der Bibel über Ängste denkt.






Zunächst war ich nicht sicher, ob dieses Buch mich ansprechend wird. Aus zwei Gründen:

1. Man kann so ein Buch recht oberflächlich und abgedroschen schreiben
2. Ich bin keine typische Frau

 

Angie Smith behandelt zahlreiche Formen der Angst, z.B. die Angst vor Ablehnung, die Angst vor dem "ertappt werden", die Angst vor dem Tod oder gar die Angst vor Gott. Es geht also nicht nur spezifisch um Ängste, die Frauen mit sich herumschleppen, sondern auch um Ängste, die durchaus Männer haben können. Zu jeder Form stellt sie eine biblische Geschichte vor aus welcher hervor geht, dass wir nicht die Ersten sind, die sich mit solchen Ängsten herumschlagen. Anhand der Geschichten versucht die Autorin herzuleiten, WIE Gott ist, was vor seinen Augen zählt und wie er uns noch heute in unseren Ängsten begegnen möchte.


"Was, wenn Gott uns etwas Wunderschönes gegeben hat, und wir haben jahrelang versucht, etwas daraus zu machen, das wir für besser halten?"

"Ich glaube nicht, dass wir Angst davor haben sollten, Gott zu fürchten."


Das Buch ist inhaltlich breit gefächert, somit kann sich jede Leserin in irgendeiner Angst-Sparte wiederfinden. Natürlich gibt es wesentlich mehr Ängste, auf die die Autorin hätte eingehen können - aber um authentisch zu bleiben, blieb sie bei Ängsten, die sie im Laufe ihres eigenen Lebens selbst zu spüren bekam.

Die Kapitel beinhalten immer drei Komponenten:

- Eine biblische Geschichte, die näher beleuchtet wird
- Eigene Erfahrungen der Autorin oder Erfahrungen aus ihrem Umfeld
- Weiterführende Gedanken

Durch den ständigen Wechsel innerhalb der Kapitel war das Buch sehr abwechslungsreich und angenehm zu lesen.

Den einen oder anderen Gedanken konnte ich als NEU für mich verbuchen. Vieles war aber "nur" eine Auffrischung bzw. Erinnerung (was auch nicht das Schlechteste ist). Aus theologischer Sicht jedenfalls ist das Buch sehr wertvoll - soweit ich das beurteilen kann.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die offene Art der Autorin, die frei über ihre Ängste und Schwächen berichtet, ohne diese gleichzeitig in einem guten Licht erscheinen lassen zu wollen (manche Autoren schaffen das - erinnert an Vorstellungsgespräche). Der Bericht über den Tod ihrer Tochter hat mich sehr berührt. Auch konnte ich ihre anklagenden Gedanken Gott gegenüber sehr gut nachvollziehen. Aber umso mehr konnte ich ihr auch abnehmen, dass sie durch dieses Erlebnis näher zu Gott "gerückt" ist und er sie ein stückweit von ihren Todesängsten befreien konnte.

Der Schreibstil ist durchweg angenehm - die Autorin schreibt, als würde sie sich mit einer Freundin unterhalten (und dieses Gefühl möchte sie den Leserinnen auch vermitteln, wie sie im Laufe des Buches betont). An manchen Stellen wird es mir ein wenig zu flapsig oder aufgesetzt. Auch wurde ich das Gefühl nicht los, dass manche Begebenheiten oder Diaologe für das Buch "gepimpt" wurden. Aber das lässt sich bei Sachbüchern wohl schwer vermeiden.

Insgesamt hat mir das Buch viele gute Impulse gegeben und mir geholfen, meinen Fokus wieder neu auf Gottes Größe und Allwissenheit zu lenken, die man in der eigenen, sorgenvollen Welt manchmal aus den Augen verliert.

Dieses Buch ist ein wertvoller Begleiter auf dem Weg zu geistlicher Reife und erinnert uns daran, dass nicht WIR das Zentrum allen Geschehens sind, sondern unser Vater im Himmel, der alles in der Hand hat und uns in Liebe durchs Leben führen möchte.

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